März 2021.

Die Eifel gehört zu den schönsten Naturlandschaften Deutschlands. Spontan losfahren und in einer Tagestour die Natur genießen – dafür ist Eifel mit ihrer Vielseitigkeit für uns das ideale Naherholungsgebiet.

Als Startpunkt unserer Erkundungen haben wir die berühmten Maare ausgewählt, für die die Eifel bekannt ist. Bis zu den Dauner Maaren sind es von Bad Neuenahr, unserem Heimatort, gerade mal 60 Minuten Fahrtzeit. Dort wo einst Vulkane Lava und Asche spuckten, laden heute sanfte, grüne Hügel und tiefblaue Maare dazu ein, dem Stress und der Hektik des Alltags zu entfliehen, der Seele eine Auszeit zu gönnen und sich einfach Zeit für sich selbst zu nehmen.

Die schüssel- und trichterförmigen Mulden sind vulkanischen Ursprungs. Sie liegen eingebettet in eine einzigartige Naturkulisse. Die durch den Vulkanismus entstandenen Maartricher verfüllten sich mit vulkanischem Gestein. Durch nachfließendes Grundwasser bildeten sich dann Maarseen. Zu den bekanntesten dieser Maarseen gehören die drei Dauner Maare: das Schalkenmehrener Maar, das Weinfelder Maar und das Gemündener Maar.

Natürlich gelten derzeit alle bekannten Einschränkungen – persönliche Kontakte sind nicht angesagt. Daher suchen wir für unsere Tagestour einen „neutralen“ Parkplatz, an der L64 direkt oberhalb des Weinfelder Maars.

Adolf-Dronke-Turm

Von dort geht es zunächst mit dem Mountainbike, vorbei an der Weinfelder Kapelle, auf den Mäuseberg zum „Dronketurm“. Der Adolf-Dronke-Turm wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Von hier haben wir eine wunderbare Aussicht auf das tiefblaue Gemündener Maar, das weit unten umringt von Buchenwald im Tal schlummert.

Gemündener Maar
Gemündener Maar

Außerdem haben wir einen grandiosen Panoramablick über die gesamte Vulkanlandschaft rund um Daun, der bis in den Hunsrück reicht. Für Tierliebhaber: Ziegen und Esel grasen auf einem 18 Hektar große Gelände auf dem Mäuseberg und rund um das Weinfelder Maar. Hier können sich die Tiere frei bewegen – um das gesamte Gelände gibt es nur einen Außenzaun. Die Besucher gelangen durch Drehtüren auf das Gelände, welches dem Projektträger Kreis Vulkaneifel gehört und vor wenigen Jahren als Beweidungsprojekt gestartet wurde.

Wir sparen uns diesmal den Abstieg zum Gemündener Maar und machen uns stattdessen auf zum Schalkenmehrener Maar, zunächst wieder vorbei am Weinfelder Maar.

Das Weinfelder Maar entstand vor rund 20.000 bis 30.000 Jahren und ist mit 484 Metern üNN das höchstgelegene der drei Dauner Maare. Der See ist 51 Meter tief und hat einen Durchmesser von 396 bis 429 Metern. Auch hier faszinieren die geradezu melancholische Atmosphäre und die intensiven dunkelblauen Farben, weswegen die Maare auch „Augen der Eifel“ genannt werden.

Weinfelder Maar

Kein Wunder, das dieser Anblick mit der kleinen Kapelle im Hintergrund so manchen Maler inspirierte.

Über den Maarsattel fahren wir in wenigen Minuten durch den Wald hinunter zum Schalkenmehrener Maar (420 Meter üNN). Es bietet eine wunderbare Kulisse, die vor über 10.000 Jahren zunächst als Doppelmaar entstanden ist. Die Tuffe des westlichen Maares füllten den östlichen Maartrichter auf, wo sich eine reizvolle Flachmoorvegetation ausgebreitet hat.

Schalkenmehrener Maar

In der Sommersaison besteht im Naturfreibad die Möglichkeit im See zu schwimmen. Auch Angeln und Tretbootfahren sind dann erlaubt.

Schöne Wander- und Radwege führen auf verschiedenen Höhen rund um den See. Wir umrunden den See und fahren am östlichen Ufer durch einen herrlichen Waldweg zurück zum Parkplatz, nicht ohne zuvor einen kleinen Abstecher zum „Maarkreuz“ zu machen, einem Rastplatz mit wunderbarem Blick über das Schalkenmehrener Maar.

Es war ein wundervoller, erholsamer Tag – für uns ein erster Schnuppertag, um mit der Gegend um die tiefblauen „Eifel-Augen“ eine erste Bekanntschaft zu machen. Eines ist unbestreitbar: für Besucher, Wanderer wie Radfahrer, hat die Gegend unglaublich viel zu bieten. Über 100 ausgeschilderte Wanderwege (Mußepfade, Traumpfade, ambitionierte Klettersteige), ein dichtes Netz von Radrouten (z.B. der Maare-Mosel-Radweg, eine der bekanntesten und schönsten Bahntrassen-Radwege Deutschlands) laden ein zu immer neuen Entdeckungstouren. Wir werden bald wieder hierher kommen.

Rekordverdächtig: eine 65 Meter lange Sitzmöglichkeit ist am Ufer des Schalkenmehrener Maars aufgestellt worden – in Corona-Zeiten beste Gelegenheit, um genügend Abstand zu halten.
Die Kenndaten der drei „Eifel-Augen“ südlich von Daun

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Die „Augen der Eifel“

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