Vor genau einem Monat, am 5. März ´21, haben wir unser Wohnmobil, Lyseo TD 680 der Marke Bürstner, Harmony Line, beim Händler in Wesseling abgeholt. Wir freuten uns riesig darauf. Aber der Reihe nach.

Bereits im Dezember 2020, bei meinen Spaziergängen mit Mounty, meinem wunderschönen Sibirischen Husky, dachte ich oft darüber nach, ob nicht genau jetzt die richtige Zeit für den Kauf eines Wohnmobils ist.

Zum einen, Jürgen ist seit 2 Jahren in Rente, arbeitet aber auf eigenen Wunsch 3 Tage in der Woche weiter. Meine Berufstätigkeit hat sich seit der Corona Pandemie verändert, jetzt nicht mehr im Sekretariat, dafür aber mehr zuständig für Haus, Garten, Haushalt, Betreuung meiner 91 jährigen Mutter usw., Hausfrau halt. Zum anderen, ich erwähnte es bereits, wir stecken in einer Pandemie, es ist nicht abzusehen, wann wir in die Normalität zurückfinden. Also warum nicht diese Zeit nutzen, mit Tagesausflügen, Wochenendfahrten und – wenn es wieder geht – auch mal eine mehrwöchige Reise.

Der Gedanke an ein Wohnmobil lag nahe, denn Gefallen fand ich schon immer daran, diese Flexibilität mit einem „Wochenend-Apartment auf Rädern“ ist unübertroffen. In der jetzigen Zeit, Reisefluchten mit Traumstandorten zu nutzen, dies aber mit Abstand und Quarantäne, ist das Freiheit pur und gut für die Seele.

Im Februar hatten wir dann alles Für und Wider durchleuchtet und ganz schnell einen Konsens gefunden.

Ich hatte bereits im Vorfeld in entsprechenden Lektüren Wissen gesammelt, das Internet durchstöbert und wir beide wussten auch, was wir wollten. Kein Bett, das tagsüber im Wege ist, dafür eine Sitzgruppe „Face to Face“, die enorm viel Platz im Wohnmobil lässt.

Fündig wurden wir bei dem Händler „Rentmobil“ in Wesseling, der eine große Auswahl von Wohnmobilen hat, und dann den einen, den besonderen, der scheinbar genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten war. Und da stand er nun, groß, elegant, die Eingangstür ging auf, und wir sahen in einen großen Wohnbereich, wie von uns gewünscht. Wir waren hin und weg und wir wussten: er ist es.

Also griffen wir nach den Sternen, um uns die Sehnsucht nach Ländern, Gegenden, schönen Plätzen zu erfüllen und erträumten diesen Traum. Von nun an mussten wir bis zur Übernahme gerade mal drei Wochen warten. Wie die Kinder vor Weihnachten, fingen wir an, die letzten 10 Tage vor dem Stichtag tageweise runterzuzählen.

Und dann war es soweit. An einem Freitag um 14:00 Uhr hatten wir unsere Einweisung und dann ging es los nach Hause. Jürgen fuhr vor mir das Wohnmobil, ich hinter ihm her. Der Größenunterschied hätte nicht riesiger sein können, vor mir das WoMo mit knapp 3 Meter Höhe und ich dahinter in meinem Mini Cabrio.

Zuhause angekommen, saßen wir im Wohnmobil, mit großen Augen und breitem Grinsen im Gesicht, die Sektgläser klirrten.

Wir hatten bereits Tage zuvor mit den Nachbarn gesprochen und sie hatten eine für uns passende Parktasche an diesem Tag freigehalten, nahe am Haus, um das Stromkabel mit dem Hausanschluss zu verkuppeln. Dies würde nun, bevor er in die diesjährige Saison auf dem Campingplatz im Ahrtal kommt, die erste Station sein.

Tags darauf, ein Samstag, packte ich die diversen Taschen und vorbereiteten Kisten, um „Wombel“ – so nannte ihn Jürgen, und so lesen es Fantasiebegabte auf dem Nummernschild 🙂 – zu personalisieren.

a W OM BEL

Bereits am Kauftag hatte ich immer wieder Dinge, die später im WoMo bleiben sollten, bei Seite gelegt. So ging das Einräumen und Verstauen an diesem Samstag recht schnell und die Küche war flugs eingerichtet, natürlich das Geschirr aus Porzellan, schließlich essen wir in unserem Haus auch nicht von Plastikteller, das Bett bezogen, Badezimmer entsprechend mit Badetüchern und Co. vervollständigt.

Dann ging ich das Thema Ambiente an. Natürlich durfte die Deko nicht fehlen. Kerzen, Vase mit Blumen, an der Spüle zwei Flechtkörbe aus Wasserhyazinthe, weiß/beige gehalten. Darin Majoran und Lavendel, die Sonne des Südens zog damit ein.

Ich weiß, sobald das WoMo gefahren wird, muss alles gesichert werden. Das kenne ich vom Segeln, aber diese wenigen, notwendigen Handgriffe, sind es mir mehr als wert.

Direkt sonntags holte ich meine verschiedenen Stoffe hervor, suchte den wunderschönsten aus, um Kissen zu nähen. Und ich nahm Maß an der Toilette, damit ich diese mit einer Husse  überziehen konnte. Nun hat unser Raumbad, wie in einem französischen Boudoir, einen eleganten Hocker, der im Falle des Falles mit einer schnellen Handbewegung in eine funktionale Toilette verwandelt wird.

An der Wand neben dem Spiegel entstand durch meine gesammelten Muscheln und Gräser nebst Seestern eine farblich passende Kollage. Dies passte ganz wunderbar zu dem beigen Leuchtturm und dem Fisch aus Holz. Ein Hoch auf das Doppelklebeband, das alles ruckelfrei an seiner Stelle hält.

Ach ja, da war ja noch was, die Heckgarage. Mit einer normalen Eingangstür ausgestattet, um die Mountainbikes und Stühle und andere Utensilien gesichert aufzunehmen.

Nun ist unser rollendes Apartment komplett, eine Cocktailbar über dem Kühlschrank ist eröffnet und wenn ich ein Fenster öffne, meine ich den Atlantik zu hören, das Abenteuer kann beginnen.